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Steinkugelmuehle

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Steinkugelmühle Höllschlucht - Pfronten-Kappel



Vom Stein zur Kugel

Diese Steinkugelmühle besteht aus zwei Teilen: einem liegenden festen Mühlstein mit konzentrischem Rillenprofil und einem aufliegenden Holzläufer mit gleichem Rillenprofil, der von einer geringen Menge Wasser des Steinebachs durch Schaufeln angetrieben wird. Werden vorformatierte, gleich große Steine eingelegt, reiben sie sich durch das Gewicht des sich drehenden Holzzylinders auf dem Mühlstein zu Kugeln. Man kann sich das wie ein Kugellager vorstellen. Der Vorgang dauert nur wenige Tage. Die Steinkugeln können anschließend noch nachpoliert werden, um die Farben und Formen des Gesteins besser zur Geltung zu bringen.


Die Faszination der Kugel

In einem Fluss wird das sogenannte Geschiebe durch fließendes Wasser immer weiter geführt, dabei aber auch zerkleinert und immer mehr abgerundet. Auch am Grund von Gletschermühlen finden sich noch oft große ganz runde Steine. Dieser Vorgang kann in einer Steinkugelmühle gezielt und zeitlich verkürzt nachgestellt werden. Mit Hilfe von Stein, Holz und fließendem Wasser wird Arbeit verrichtet. Kunstwerke entstehen, wie sie niemals von Hand in dieser Präzision hergestellt werden könnten! Ein runder, vollkommener Stein begeistert Kinder wie Erwachsene.



Steinkugelmühlen früher und heute

Schon König Ludwig, dessen Schloss von der Hütte des Waldseilgartens gut zu sehen ist, liebte es mit Steinkugeln zu spielen. Klucker, Schusser, Murmeln, Marmeln (von Marmor) waren die gebräuchlichsten Namen für die schönen kleinen Kugeln. Das Mahlen von solchen Kugeln hatte früher eher wirtschaftliche Gründe, stellte es doch einen Zuverdienst für arme Bauern dar. Um 1800 wurden am Untersberg bei Berchtesgaden pro Jahr mehrere 100.000 Kugeln produziert. Über Handelshäuser gelangten sie zu den Häfen, wo sie den Kiel der großen Segelschiffe beschwerten, in großem Durchmesser aber angeblich auch als Kanonenkugeln Verwendung fanden. Feindlichen Schiffen wurden damit die Segel zerschossen, um sie fahruntüchtig zu machen. In Übersee waren solche Steinkugeln nicht nur Spielzeug für Kinder, sondern vor allem begehrte Handels- und Tauschware. Als Dampfschiffe die Segelschiffe ablösten, übernahm Kohle die Aufgabe des Ballastes im Kiel und die Steinkugelmühlen verschwanden langsam.


Pfronten-Kappel und besondere Steine

Aus Pfronten-Kappel ist überliefert, dass der sogenannte Kappeler Rotmarmor hier gewonnen, verarbeitet und z.B. in die Kirche von Aichach bei Augsburg als Taufbecken geliefert wurde. Auch der Rundbrunnen an der dortigen Hauptstraße ist aus diesem Material erbaut worden. In der Höllschlucht und unterhalb davon soll Rotmarmor (korrekter: „polierfähiger roter Kalk“) aus erratischen Blöcken abgebaut worden sein. Ein solcher Stein, der zufällig beim Bau der Kugelmühle freigelegt wurde, kann neben dieser Tafel bewundert werden. Die Häuser mit den alten Rechtlernummern 19 und 34 stehen in Zusammenhang mit der kunstvollen Bearbeitung von Steinen (Rohformen wurden gefunden, Familiennamen im Dialekt wie „Schtoihobar“ und „Schtockar“ deuten auf Behauen und Aufrauhen der Steine hin).



Von der Idee zur Steinkugelmühle Höllschlucht

Der Pfrontener „Mächlar“ (so werden im Allgäuer Dialekt besonders findige Bastler genannt) Heinz Schubert beschäftigt sich schon länger mit der Herstellung von Steinkugeln und hatte auch schon einige Steinkugelmühlen
in Deutschland und Österreich besucht. Die Idee, auch eine Steinkugelmühle hier in Pfronten in Gang zu setzen, geisterte schon lange in seinem Kopf herum. Im Herbst 2011 stand die Sanierung der Einsturz gefährdeten, ca. 100 Jahre alten Konsolidierungssperre an. Während der Sanierung konnte man mit verhältnismäßig geringem Mehraufwand am linken Flügelsegment eine kleine Wasserausleitung mit Dosierfalle installieren. Das hier gewonnene Wasser liefert die Energie zum Antrieb einer solchen Steinkugelmühle. Fachliche Unterstützung erhielten die Erbauer der Steinkugelmühle von Gerhard Mayer, Leiter der Flussmeisterstelle Füssen. Heinz Schubert lieferte die Erfahrungswerte aus anderen Steinkugelmühlen. Der Bauhof und der Gemeinderat der Gemeinde Pfronten, die Ortsrechtler Kappel, sowie der Waldseilgarten Höllschlucht engagierten sich in der Planung und durch Arbeiten tatkräftig. Einige alte Kappeler Bürger wie Hans Keller („Sieße Hans“) brachten geschichtliche Aspekte durch mündliche Überlieferungen mit ein. So konnte die erste Allgäuer Steinkugelmühle im Mai 2012 eröffnet werden. Der Waldseilgarten Höllschlucht hat die Aufgabe übernommen, aufgrund der räumlichen Nähe die Steinkugelmühle zu betreuen und zu warten sowie sie den Besuchern zu erklären.


Der Weg der bunten Steine

Neben der Steinkugelmühle bietet der Waldseilgarten Höllschlucht weitere Impulse zu „Landart“, d.h. in und mit der Landschaft und mit dort vorgefundenen Materialien vergängliche Kunstwerke zu schaffen. Die Höllschlucht mit ihrem reichhaltigen Angebot an Steinen und Altholz eignet sich hierfür ideal. Auch die nahe gelegene Allgäuer Kristallwelt, das private Kristallmuseum von Rainer Augsten in Kappel, ist einzigartig in der Region und lohnt auf jeden Fall einen Besuch (Kreuzleweg 18). In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich auch die sehenswerte Steinkugel-Ausstellung von Heinz Schubert (Kreuzleweg 15). Der grenzüberschreitende Geo-Pfad von der Breitenbergbahn in Pfronten-Steinach (Dauerausstellung dazu in der Talstation) über die Bad Kissinger Hütte am Aggenstein und weiter über die Vilser Alp nach Vils ist eine landschaftlich und geologisch interessante Bergwanderung über die „großen Steine“, um die Entstehungsgeschichte der Alpen selbst zu erleben und besser verstehen zu können.


 

Bereits Laotse (6.Jhdt v. Chr.) lobte die Eigenschaften des Elements:


„Nichts in der Welt ist geschmeidiger und weicher

als Wasser doch nichts kann besser als es,

dem Festen und Harten zusetzen.“

(Tao Te King, Vers 78)

 

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